glücklich?

-Vorsicht! An Leute die sich ritzen, oder geritzt haben, dieser Beitrag könnte TRIGGERN!- Da ist etwas. Etwas, das mich einengt. Mir die Luft nimmt. Mich steuert, mir Worte in den Mund legt, mich zwingt, Dinge zu tun. Etwas, das eigentlich nichts ist, das niemand bemerkt, was aber doch da ist, immer und überall. Es lässt mich die Menschen verletzen, die mir am nächsten sind. Es lässt mich mich selbst verletzen. Manchmal wird es kleiner, manchmal scheint es für einen ganz kurzen Augenblick weg zu sein und kommt dann größer wieder zurück. Es ist ganz still und doch schreit es mich ungeheuer laut an. Es beleidigt mich, es lässt mich mich schlecht fühlen. Und wenn es so schlimm ist, dass ich denke, es würde gar nicht mehr gehen, wenn es mich zerreist und runterzieht, dann hilft nichts besser als eine Klinge. Eines der schönsten und befreiendsten Gefühle, die ich kenne. Laut weinen, leise Musik, die spielt, ich bekomme eine Gänsehaut wenn ich die Klinge in der Hand halte. Sie ist da, wenn alle gehen. Sie versteht mich dann, wenn keiner es tut. Ich bin so wütend, ich will schreien, ich will weinen, ich will um mich schlagen. Ich setze an meinem Oberschenkel an, die Unterarme sind schon zu voll mit Narben. Langsam lass ich sie über meine Haut gleiten, immer fester drücke ich zu. Die ersten Bluttropfen bilden sich, mir läuft ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken. Ein Schnitt folgt dem anderen, immer schneller, immer tiefer. Unter Tränen muss ich lächeln. Ich sehe dem Blut zu, wie es mein Bein hinunterrinnt. Mir ist warm, ein gutes Gefühl macht sich in mir breit, ich bin glücklich. Ganz vergessen sind die anderen, ganz klein wirken meine Probleme. Diese Nacht soll unendlich sein.

28.4.15 20:37, kommentieren

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Erinnerung

Ich erinnere mich daran, als wenn es erst gestern gewesen wäre. Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe. Wie ich geweint habe, als ich meine vermeintlich letzten Zeilen in mein Tagebuch schrieb. Ich wusste nicht, dass nach einem Krankenhausaufenthalt noch weitere Einträge folgen würden. Ich weiß noch wie konzentriert ich Rohrreiniger, sämtliche Tabletten die ich finden konnte und ein Glas Wasser in eine kleine Flasche füllte. Ich habe heute noch den Geschmack auf der Zunge, wenn ich daran denke. Ich erinnere mich an die letzten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich mich langsam in mein Bett legte. Ich schrieb meinem damaligen besten Freund ein kurzes "Es tut mir Leid.". Noch heute verfluche ich mich dafür, dass er sich so viele Gedanken gemacht hat deswegen. Ich legte mein Handy weg, schaltete das Licht aus und starrte in der Dunkelheit an meine Zimmerdecke. Ich dachte an meine Mutter und an meinen Vater, die seelenruhig im Bett schliefen, an meine Großeltern, an meine Freunde. Doch ich trauerte nichts hinterher. Ich war bereit. Tränen rollten mir langsam über die Wangen und ein warmes wohliges Gefühl verbreitete sich in meinem Körper, als ich mich zur Seite drehte und mir bewusst wurde, dass ich es nun hinter mich gebracht hatte. Ein letztes mal stand ich auf und öffnete das Fenster, ließ dir frische Nachtluft hinein. Ich atmete tief ein und aus, der beißende Geruch des Entkalkers hing in meinem Zimmer und mein Hals brannte. Aber ich lächelte. Ich werde nie vergessen wie vollkommen und glücklich ich mich wieder in mein Bett legte. Alles fühlte sich wie fliegen an. Es war der 25.Dezember.2013 als ich vor Freude weinend einschlief in der Hoffnung nie wieder zu erwachen.

14.4.15 21:37, kommentieren